mbi hilft kenianischer Regierung

In Rechtenbach entsteht ein Programm zur Optimierung der Wasserversorgung

Ein Bericht von Jürgen Vetter.

Hüttenberg-Rechtenbach. Mit deutscher Entwicklungshilfe soll die Wasserversorgung in Kenia verbessert werden. Das Computerprogramm dafür wird zurzeit beim Rechtenbacher Softwareentwickler mbi fertiggestellt. Gleichzeitig sind kenianische Fachleute vor Ort zur Ausbildung und um letzte Anregungen einarbeiten zu lassen. 

Die EDV-Beraterin Dorris Kirui und der Bereichsleiter Malaquen Milgo wissen genau, wie wichtig das im regenreichen Mittelhessen entwickelte Computerprogramm in ihrer regenarmen Heimat ist, um die Versorgung der etwa 38 Millionen Kenianer mit Trinkwasser zu verbessern. Denn das ostafrikanische Land hat große Probleme damit, allen seinen Bürgern Zugang zu sauberem Wasser zu verschaffen.

Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), die Entwicklungshilfeprojekte für die Bundesregierung betreut, geht davon aus, dass nur etwa 48 Prozent der Landbevölkerung und 70 Prozent der Stadtbewohner mit sauberem Trinkwasser versorgt sind. Lediglich die Hälfte der Haushalte ist an eine Abwasserentsorgung angeschlossen. Schmutziges Trinkwasser gefährdet die Gesundheit von Millionen Menschen.

Diese Situation hat sich in den vergangenen Jahren noch verschärft, weil mehrere extreme Dürreperioden, starkes Bevölkerungswachstum und eine größer werdende Viehzucht die Wasservorräte stark dezimiert haben. Dazu kommen technische und organisatorische Probleme bei der Planung und dem Ausbau der Wassernetze. Aus diesem Grund hat sich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bereits vor einiger Zeit dazu entschieden, Kenia bei der Verbesserung seiner Trinkwasserversorgung zu helfen.

Programm zeigt Defizite auf und kontrolliert die Umsetzung der Einzelprojekte

Unter anderem geschieht dies durch das in Rechtenbach entwickelte Computerprogramm, mit dem der Ist-Zustand genau erfasst werden soll, damit das Wasser-Ministerium besser beurteilen kann, wo welche Versorgungsmöglichkeiten und Defizite existieren. Mit Hilfe des Programms soll danach auch die Investitionsplanung der einzelnen Projekte gesteuert werden, die in Kenia von acht untergeordneten Wasser-Direktionen gesteuert werden. Außerdem kann mit der Software eine Kontrolle der Einnahmen sowie Ausgaben vorgenommen werden und es wird überprüft, ob Investitionen das angestrebte Ziel auch erreichen.

Dorris Kirui und Malaquen Milgo lernen in Rechtenbach den Umgang mit dem Programm. Außerdem überlegen sie gemeinsam mit mbi-Projektleiter Sebastian Bott und Mitarbeiter Herwig Hahn, was im Programm noch optimaler gestaltet werden muss, bevor das Projekt im kommenden Frühjahr in anfangs zwei der kenianischen Wasser-Direktionen gestartet werden kann.

„Die Zusammenarbeit, die ich in Kenia sehe, läuft sehr gut“, lobt Malaquen Milgo die „sehr gut organisierte“ Entwicklungshilfe der Deutschen in Kenia. Auch das von mbi entwickelte Programm machte einen guten Eindruck und werde bei der Organisation einer besseren Wasserversorgung in Kenia sicher hilfreich sein.

Das vollgepackte Arbeitsprogramm lässt den beiden Kenianern wenige Freiräume für Ausflüge, doch den Wetzlarer Dom haben sie schon besichtigt. Und obwohl es doch ziemlich kalt ist, findet Dorris Kirui das mittelhessische Herbstwetter schön – zumindest wenn die Sonne scheint.

Dieser Artikel ist in der Wetzlarer Neuen Zeitung am 22. Oktober 2009 erschienen.