Manager brauchen Ethik

Friedhelm Kernstock spricht in Rechtenbach

Hüttenberg-Rechtenbach (ge). Eisschichten auf Managerseelen, endlose Zahlenkolonnen in deren Köpfen. Diese landläufige Einschätzung einer ebenso gefragten wie unbeliebten Berufsgruppe hat Friedhelm Kernstock (Gießen) beim 10. Hüttenberger Unternehmerforum gründlich relativiert. Der Referent, selbst jahrelang Mitglied in der Geschäftsleitung bei Mercedes-Benz in Stuttgart, sprach in den Geschäftsräumen der zusammen mit der Gemeinde Hüttenberg gastgebenden Firma mbi GmbH über das Thema „Ethik in der Wirtschaft“.

Dabei beleuchtete der bekennende Christ Friedhelm Kernstock ganz unterschiedliche, aber höchst individuelle Bewertungen wirtschaftlichen Handelns. Zunächst war ihm an der Beurteilung des Kriteriums Legalität gelegen, dem zwar die Gesetzgebung beisteht, das aber durch ganz individuelle Auslegungen ethischen Grundsätzen schweren Schaden zufügen kann.

Denn fast immer, so war den Ausführungen des Ex-Managers zu entnehmen, stehen problematische Ideologien der rein ethischen Handlungsweise im Wege. Liberalismus und der Selbstverwirklichungsdrang spielen da eine wesentliche Rolle. Als Ansatzpunkte zum Gegensteuern nannte er neben der Einhaltung der Gesetze vor allem die Vorbildfunktion der Führungskraft.

Unabdingbare ethische Erfolgsfaktoren auf der Beziehungsebene seien das Schaffen von vertrauen und die Senkung der Stressbelastung. Vertrauen gründe auf Glaubwürdigkeit und die Senkung der Stressbelastung auf einer unbelasteten Beziehung. Kernstock ging auch auf die Konfliktfelder zwischen Gesinnungs- und Folgenethik ein, wobei sich Sachzwänge und die reine Lehre vom sittlichen Handeln häufig im Wege stünden. In der Welt des globalen Wettbewerbs sei dies der brutale Alltag. Er schloss mit der versöhnenden Folgerung, dass letztlich nicht wir den Zugang zu den Dingen bestimmen, sondern Gott. Mit der Bibel habe er uns eine verlässliche Betriebsanleitung in die Hand gegeben.

Hüttenbergs Bürgermeister Manfred Schmidt (SPD) hatte die Gäste begrüßt. Er freute sich über die Präsenz nahezu aller namhafter Unternehmen und unterstrich den hohen Stellenwert der gegenseitigen Kommunikation.

mbi-Inhaber Martin Bork hatte im Verein mit Projektleiter Andreas Schuster sein Unternehmen vorgestellt, das sich mit der Konzeption und Entwicklung von individuellen Softwarelösungen beschäftigt.

Friedhelm Kernstock